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Frauenklinik und Poliklinik
Josef-Schneider-Str. 4, Haus C15
D-97080 Würzburg

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19.02.2014 | Kinderwunschsprechstunde erhält EmbryoScope

Zentrumsleiterin Prof. Dr. Ursula Zollner und IVF-Laborleiterein Dr. Claudia Staib mit dem neu angeschafften EmbryoScope

Das Team des IVF-Labors (v.l., Dr. Claudia Staib, Hedwig Blaut, Sigrid Adam-Bonauer und Karin Tweraser) bei der morphologischen Betrachtung eines Embryos am EmbryoScope-Bildschirm

IVF-Laborleiterin Dr. Claudia Staib am ICSI-Manipulator mit integriertem Laser

Ab sofort können im IVF-Labor der Uni-Frauenklinik Würzburg Embryonen mit dem EmbryoScope kultiviert und beobachtet werden.

Das EmbryoScope ist ein spezieller Brutschrank mit einer integrierten mikroskopischen Spezialkamera, der bei der assistierten Befruchtung eingesetzt wird. Die Kamera fertigt alle 15 Minuten mehrere Schichtaufnahmen eines Embryos an. Dieser neue Inkubator erlaubt dadurch eine kontinuierliche Beobachtung der Embryonalentwicklung von der Befruchtung bis zum Embryotransfer.

Die Einführung des EmbryoScopes stellt eine bahnbrechende Entwicklung bei der Technik der künstlichen Befruchtung dar: Dieser Brutschrank schafft sichere und kontrollierte Kulturumgebungen für die Embryonen, weiterhin ermöglichen  die Schichtaufnahmen eine verbesserte Möglichkeit der Embryonenbeurteilung. An der Universitäts-Frauenklinik Würzburg steht das einzige Gerät in Franken. In Bayern arbeiten noch Zentren in Amberg, München und Regensburg mit dieser technischen Neuerung.

Durch die stabilen Kulturbedingungen im EmbryoScope kann die Embryonenkultur und dadurch auch die Schwangerschaftsrate bei der IVF optimiert werden. Bislang war es üblich, Embryonen einmal pro Tag kurz aus dem Brutschrank zu nehmen, um ihre Teilungsstadien zu kontrollieren. Dies führte zu einer Unterbrechung und somit zu schwankenden Kulturbedingungen, die im EmbryoScope nun vermieden werden können. Die Entwicklungskontrolle erlaubte nur eine Momentaufnahme der sehr dynamischen embryonalen Entwicklung. Die kontinuierliche Bilddokumentation im EmbryoScope ermöglicht nun eine deutlich detailliertere Beurteilung der Embryonalentwicklung.

Die Bilder, die im EmbryoScope angefertigt werden, können zu einem Zeitraffervideo zusammengefasst werden. Dieses liefert wertvolle Informationen über die Einnistungsfähigkeit eines Embryos.  Dadurch erschließen sich völlig neue Möglichkeiten einer verbesserten Embryonenbeurteilung: die statische Beobachtung wird durch ein dynamisches Verfahren ersetzt.
Weitere Infos incl. Video über die embryonale Entwicklung unter http://www.youtube.com/watch?v=HukmBuOFgmc

Das IVF-Labor in der Kinderwunschabteilung der Uni-Frauenklinik verfügt über eine moderne Ausstattung. Neben dem EmbryoScope kommen weitere spezielle Brutschränke, ein ICSI-Manipulator zum Injizieren einer Samenzelle in die Eizelle sowie ein Laser zur Durchführung des Assisted Hatchings (Schlüpfhilfe) zum Einsatz. Spezielle Kulturmedien sorgen für eine optimale Embryonenkultur, v.a. in schwierigen Fällen (z.B. bei Implantationsversagen). In diesen Fällen können weitere Zusatzmaßnahmen wie das „endometrial scratching“ oder die Einnistungsspülung hilfreich sein. Weiterhin werden alle Methoden der Fertilitätsprotektion vor Chemotherapie (Einfrieren von Spermien, Eizellen oder Eierstocksgewebe) durchgeführt.